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Schonender Waldumbau schont die Atmosphäre und das Grundwasser

Bild Erkenntnisse/Stickstoff

Wird der Waldumbau schonend betrieben, dann liegt der Waldboden nie offen: Künstliche Lücken im Kronendach schaffen Licht für junge Bäume

Untersuchungen zeigen, dass im Entwicklungsstadium zwischen den beiden Reinbeständen Kiefer und Buche, also der Stickstoffkreislauf die geringsten Verluste in Form gasförmiger Stickstoffverbindungen aufwies.

Stickstoff als Nährelement

In einem ungestörten Waldökosystem werden alle für das Pflanzenwachstum erforderlichen chemischen Elemente und Verbindungen in einem Kreislauf von den Pflanzen aufgenommen, zum Aufbau der Biomasse verwendet und am Ende in Form von abgestorbenen Pflanzenteilen wieder dem Boden zugeführt. Eine wichtige Rolle spielt hierbei das für Pflanzen lebenswichtige Nährelement Stickstoff, das in erheblichen Mengen in der abgestorbenen organischen Substanz im Waldboden gespeichert ist und von Mikroorganismen unermüdlich wieder in die pflanzenverfügbaren Formen Ammonium und Nitrat umgewandelt wird.

Nährstoffverlust durch Kahlschlag

Wissenschaftler des Forschungsverbundes Zukunftsorientierte Waldwirtschaft haben in mehrjährigen Versuchsreihen untersucht, wie insbesondere der Stickstoffkreislauf eines Fichtenwaldes von den beiden unterschiedlichen Waldumbaumaßnahmen Kahlschlag und Femelhieb mit anschließender Buchenpflanzung beeinflusst wird. Während beim Kahlschlag die gesamte Baumschicht auf einmal gefällt wird bleiben beim Femelhieb immer Bäume auf der Fläche stehen. Auf diese Weise wird jeweils ein Teil der Altbäume über einen Zeitraum von ca. 15-20 Jahren schrittweise entfernt wird und in die entstandenen Lücken z.B. Buchen gepflanzt.

Es konnte gezeigt werden, dass der Femelhieb nur eine geringe Störung des Stickstoffkreislaufs bewirkt, da die in den Baumlücken freiwerdenden Nährstoffe schnell von den umliegenden Bäumen wieder aufgenommen werden. Im Gegensatz dazu führt Kahlschlag erstens durch den massiven Anfall von leicht abbaubarer toter organischer Substanz, zweitens durch das plötzliche Fehlen von Stickstoff aufnehmenden Pflanzen und drittens durch höhere Bodenfeuchtigkeit aufgrund fehlender pflanzlicher Wasseraufnahme über mehrere Jahre zu einem starken Stickstoffverlust in Form von Nitrat ins Grundwasser und in Form von molekularem gasförmigen Stickstoff (N2) sowie klima-relevantem Lachgas (N2O) in die Atmosphäre.

Schonender Waldumbau schont die Atmosphäre und das Grundwasser

Da unser Trinkwasser aus Grundwasser in vielen Gegenden schon heute recht hoch mit Nitrat belastet ist, gilt es, hier jegliche zusätzliche Belastung, wie z.B. durch Kahlschlag, zu vermeiden. Andererseits ist Lachgas ein Treibhausgas, das etwa dreihundertmal stärker zur Erwärmung der Atmosphäre beiträgt als Kohlendioxid. Deshalb ist auch hier eine Minimierung der Freisetzung durch Vermeidung von Kahlschlägen anzustreben.


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Interview mit Prof. Dr. Hans Papen
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