|
Sichere Jungpflanzen dank Gentest

Sind diese Tannensämlinge einheimisch und an den Standort angepasst oder stammen sie aus importiertem Saatgut? Wissenschaftler haben Test entwickelt um das zu überprüfen.
Genetische Forschung und Baumschulen arbeiten zur Verbesserung der Herkunftssicherheit zusammen
Junge Bäume müssen an den Standort angepasst sein - das wissen Forstpraktiker seit Jahren. Das Problem ist nur: Einem jungen Baum ist nicht anzusehen, ob seine Vorfahren in den Höhen des Schwarzwaldes oder den Niederungen des Nordostdeutschen Tieflandes aufgewachsen sind. Bisher ein unwägbares Risiko, dass sich erst nach Jahrzehnten in schlechtem Wachstum und Krankheiten auswirkt. Doch das ist nun vorbei: Wissenschaftler des Forschungsverbundes Zukunftsorientierte Waldwirtschaft haben einen Test entwickelt um die Herkunft von Saatgut und Jungpflanzen zuverlässig bestimmen zu können. In einem Zertifizierungssystem findet diese Methode bereits breite Anwendung.
Risiken bei der Wiederaufforstung
Es gibt verschiedene Fehlerquellen bei der Wiederaufforstung: Neben der Wahl einer ungeeigneten Baumart ist auch die Verwendung einer nicht angepassten Herkunft ein großes Risiko für den Waldbesitzer. Je nach Standort werden bestimmte Baumarten wie auch geeignete Herkünfte aufgrund forstlicher Erkenntnisse und Vorgaben empfohlen. Mögliche Fehler sind aufgrund des langen Lebens der Bäume oft nur spät zu erkennen und verursachen daher hohe Einbußen für den Forstbetrieb.
Bisherige Kontrollmaßnahmen
Im Rahmen von gesetzlichen Vorschriften sollte die Ernte von Saatgut, der Vertrieb und die Produktion von Pflanzen lückenlos kontrolliert werden. Dies war nur mit großem Kontrollaufwand und hohen Kosten verbunden und konnte daher oftmals nicht zufriedenstellend durchgeführt werden. Die Herkunftssicherheit konnte daher nicht immer gewährleistet werden.
Das ZÜF-Verfahren - der neue Weg
Das Grundprinzip des neuen ZÜF-Verfahrens ist die Gewinnung und Hinterlegung von Referenzproben bei der Saatguternte und nach der Aufbereitung sowie bei der Auslieferung der Pflanzen. Die genetischen Eigenschaften dieser Proben verändern sich während der Aufbereitung und dem Wachstum der jungen Pflanzen nicht. Daher kann mit dem „genetischen Fingerabdruck“ jederzeit festgestellt werden, ob Saatgut oder Pflanzen vertauscht oder vermischt wurden.
Dieses Verfahren gibt Ernteunternehmen, Baumschulen und Abnehmern von Pflanzen die Sicherheit, jederzeit die Herkunft kontrollieren zu lassen.
Wer kann die Zertifizierung durchführen?
Sollte es tatsächlich zu Unstimmigkeiten und Zweifeln über die Herkunft einer Partie Forstpflanzen kommen, können die Referenzproben in einem der einschlägigen forstgenetischen Labors analysiert werden. Dies ist ohne größeren Aufwand möglich, da die Methoden für die meisten Baumarten entwickelt, standardisiert und dokumentiert sind.



|